Globalisierung
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Die Globalisierung - ein Naturereignis?

…im weiteren Sinn: Prozess, der an bestimmte Bedingungen gebunden ist und verschiedene Etappen durchlaufen hat.
…im engeren Sinn: Globalisierung = weltweite Vernetzung ökonomischer Aktivitäten

Historie

  • vor Prägung des Begriffs "Internationalisierung" genannt
  1. "archaische" Globalisierung (16. bis Mitte 19. Jh.)
    • Gründung amerikanischer Kolonien
    • regelmäßige Handelsbeziehungen über die Ozeane
    • Menschenhandel
  2. "moderne" Globalisierung
    • Anwendung industrieller Prinzipien auf Verkehr und Nachrichtenübermittlung
    • preiswerte Dampfschiffahrt
    • Auswanderung nach Amerika
    • Telegrafienetz
    • Weltwirtschaft
  3. "postmoderne" Globalisierung
    • zivile Luftfahrt
    • Abhängigkeit der Industrienationen von arabischem Öl
    • Unabhängigkeit der Wirtschaft von nationalen Gegebenheiten
    • geringere Bedeutung alter Ordnungsmächte wie Staaten, Kirchen, gesellschaftliche Klassen

Ereignisse seit Anfang der 1990er Jahre

  • Ende des klassischen sozialistischen Lagers
  • Übergang von Industrien, die auf natürlichen Rohstoffen aufbauen, zu künstlichen, wissenschaftlich bedingten Industrien
  • Alterung der Weltbevölkerung
  • Ablösung der Nationalökonomien durch eine Globalökonomie —> Abnahme nationalstaatlicher Macht
  • zum ersten mal seit 200 Jahren keine dominierende Wirtschaftsmacht
  • Outsourcing
  • Übergang zur Wissensgesellschaft

Voraussetzungen der Globalisierung "im engeren Sinn"

  • technologische:
    • Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnik (Internet, …)
    • Verkehrswesen (z.B. Containerschifffahrt)
    • Übergang zu künstlichen Industrien mit wachsender Kapitalintensität
    • technologische Fortschritte in Schwellenländern (z.B. Südkorea)
    • Konsequenzen:
      • Senkung der Transportkosten
      • Senkung der Transaktionskosten für die internationale Arbeitsteilung
      • Erhöhung des Anbieterwettbewerbs für Industrieprodukte
  • politische:
    • Öffnung der Transformationsländer
    • Ende des klassischen sozialistischen Lagers
    • Politik der Liberalisierung und Deregulierung
      1. der Kapitalmärkte —> Verstärkung der internationalen Kapitalmobilität
      2. der Warenmärkte (Beseitigung der Handelshemmnisse wie Qualitätsstandards, Kontingente) -> Senkung der Transaktionskosten für den internationalen Handel
    • Konsequenzen:
      • Schaffung neuer Märkte
      • zunehmender Wettbewerb (Anbieter, Arbeitsplätze, …)
  • ökonomische:
    • für Unternehmer:
      • Gewinnorientierung
      • Wettbewerb
      • Kurzlebigkeit von Produkten
    • für Konsumenten:
      • Schnäppchenjagd
      • Weckung von Bedürfnissen

Bedeutung der Globalisierung

  • lösen von Bindungen
  • Herausforderung für viele Kulturen
  • rasanter internationaler wirtschafrlicher und technologischer Wandel
  • Informationsrevolution
  • aubreitung von Kultur und Normen verschiedener Länder
  • keine Homogenisierung: siehe mehr Sprachen im Internet
  • (wirtschaftliche) Erwartungen: ( demokratische Regierung, kein Eingriff der Politik in die Wirtschaft, soziale Absicherung)

Hoffnungen

  • internationaler Austausch
  • größere Produktpalette
  • Wirtschaftsaufschwung, positiv für Unternehmen

Ängste

  • Umweltverschmutzung/Zerstörung
  • Verlust von Individualität
  • Untergang von Kulturen
  • Ausbeutung, Kinderarbeit
  • Arbeitsplatzverlagerung

Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung

  • Weltwirtschaft = Gesamtheit der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Volkswirtschaften auf der Basis der internationalen Arbeitsteilung
  • Arbeitsteilung = Aufteilung der Herstellung von Gütern auf verschiedene Länder unter Ausnutzung von Standortvorteilen
  • Theorie der komparativen Kostenvorteile (David Ricardo, 19. Jh)
  • Ziel: Kostenersparnisse
  • Vorteile der internationalen Arbeitsteilung:
    • Kostensenkung
    • Erhöhung der Produktvielfalt
    • verbesserte Güterversorgung
  • Nachteile der internationalen Arbeitsteilung:
    • wachsende Abhängigkeit durch Verzicht auf Selbstversorgung
    • Unüberschaubarkeit der Prozesse —> Motivationsverlust bei der Arbeit
    • Zunahme wirtschaftlicher und politischer Macht Einzelner
  • WWO (Weltwirtschaftsordnung) = Gesamtheit aller Abkommen, Vorschriften und Verträge, die den internationalen Wirtschaftsverkehr regeln
  • WWO unterteilt sich in zwei Bestandteile:
    • Welthandelsordnung, welche den internationalen Güterverkehr einschließlich Dienstleistungen regelt (Institution: GATT / jetzt WTO)
    • Weltwährungsordnung, welche den internationalen Zahlungsverkehr regelt (Institutionen: IWF, Weltbank)
    • (Institutionen, welche zwischen beiden stehen: OECD, G-8)

In der Weltwirtschaft wirken zwei entgegengesetzte Ordnungsprizipien:

  1. Freihandel
      • beruht auf Wirtschaftsliberalismus
      • existiert seit Anfang 19. Jh.
      • Freiheit und Selbstverantwortung der wirtschaftlich Handelnden
      • geht davon aus, dass staatliche Eingriffe sich nachteilig auf Wirtschaftssystem auswirken
      • Preisbildung muss auf Markt erfolgen
      • Ziel: Wohlstandssteigerung für alle, indem Kostenunterschiede ausgenutzt werden (vgl. Ricardo)
      • Beseitigung aller außenwirtschaftlichen Beschränkungen und Steuerung des internationalen Handels- und Zahlungsverkehrs nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen
  1. Protektionismus
      • Verhalten eines Staates zum Schutz der einheimischen Wirtschaft (Produzenten und Arbeitskräfte)
      • Erleichterung von Ausfuhren (Verbilligung durch Subventionen, Steuererleichterungen, Kreditgewährung durch den Staat, …)
      • Erschweren von Einfuhren (Verteuerung von Importen durch tarifäre (Zölle) sowie nichttarifäre Handelshemmnisse (Standards, Vorschriften)
      • Kontingente, Verbote (Embargo)

Zwischenstaatliche Integration

Bestimmte Länder orientieren sich untereinander am Prinzip des Freihandels, ergreifen aber gegenüber Drittländern protektionistische Maßnahmen

Formen der zwischenstaatlichen Integration:
  • Zollunion
  • gemeinsamer Markt
  • Kooperationsabkommen
  • Integrationsabkommen (Freihandelszonen EFTA, NAFTA)
  • Wirtschaftsunion

Welthandelsströme

  • von reichen Ländern dominiert
  • Hauptexporteur Südostasien
  • nur minimal am Welthandel beteiligt: Lateinamerika, Afrika, Nahost

Merkmale des internationalen Handels

  • Ergänzung des Warenhandels durch Handel mit Dienstleistungen —> Welthandel übersteigt Industrieproduktion
  • Informations- und Kommunikationstechnologie erlaubt räumliche Trennung zwischen Bereitstellung und Konsum von Dienstleistungen
  • internationale Aufspaltung von Wertschöpfungsketten (Forschung, Entwicklung, Produktion, …) (Produktions-, Leistungs- und Wissensverbünde, genannt funktionale Netzwerke)
  • nicht global, sondern regionale Konzentration
  • Abbau von Handelspolitischen Schranken und Steuerungsoptionen durch erst GATT, jetzt WTO —> Einschränkung der Eigenständigkeit nationaler oder regionaler Politiken (z.B. bei sozial-ökologischer Regulierung des Marktgeschehens)
  • 45% des Welthandels finden innerhalb von Konzernen (und Konzerntöchtern) statt
  • insbesondere Luft- und Raumfahrtindustrie, Pharmaindustrie und IT-Branche sowie Autos, Chemie, Maschinen machen 45% des Welthandels aus
  • intrasektorale

WTO

  • 1.1.1995 gegründet
  • Hauptsitz: Genf
  • 151 Mitgliedsstaaten
  • Leitung: Generaldirektor, gewählt von der Ministerkonferenz
  • höchste Instanz: Ministerkonferenz, tagt mind. alle 2 Jahre
  • Tagesgeschäft: allgemeiner Rat, beschlussfähig mit einfacher, 2/3- oder 3/4-Mehrheit
  • diverse Räte und Kommittees, z.B. für Dienstleistungen, Waren und geistiges Eigentum, Stelle für Handelspolitik, Schlichtungsdingsbums
  • Aufgaben: Regelwerk für internationalen Welthandel
  • baut auf GATT auf, das den Handel mit Waren regelt sowie TRIPS
  • selbstgesteckte Ziele: Abbau von Handelshemmnissen wie Zölle etc.
  • Deregulierung und Privatisierung
  • Erhöhung des Lebensstandards, Ermöglichung von Vollbeschäftigung, hohes und steigendes Niveau des Realeinkommens, Steigerung von Produktion und Austausch von Waren
  • Meistbegünstigung: gewährt ein Land einem anderen eine Handelsvergünstigung, muss diese auch allen anderen gewährt werden
  • Inländerbehandlung: inländische und ausländische Waren müssen gleich behandelt werden
  • Verbot der Verschärfung: Einführung von Handelshemmnissen unzulässig
  • Reziprozität: Handelserleichterungen müssen auf Gegenseitigkeit beruhen
  • bei Verstoß gegen diese Prinzipien: Schlichtung, Sanktionen, …
  • Kritik an der WTO:
    • bisher keine Verbesserung der Lebensverhältnisse
    • Stärkung der Vorherrschaft von Industrienationen
    • Entwicklungsländer werden mit Produkten von außen überschwemmt —> Abhängigkeitsverhältnis
    • Stärkung der Stellung der bereits reichen Länder (Industrienationen) statt Hinarbeiten auf Ziel der Gleichheit aller Partner
    • keine Rücksicht auf die Natur (Luftreinhaltung, Tierschutz = Handelshemmnisse)
    • Privatisierung von Unternehmen des Gemeinwohls
    • Übertragung staatlicher Macht an die Wirtschaft
    • fehlende Kontrolle der WTO

Die Macht der Multis

Statistisches

  • ca. 65.000 Mutterkonzerne weltweit
  • dazu gehören 850.000 ausländische Tochtergesellschaften
  • weltweit ca. 125 Mio. Menschen in Multis beschäftigt
  • jährliche Umsätze der Töchter auf ca. 20 Bio. US-$ pro Jahr geschätzt
  • ca. 2/3 der internationalen Warenströme entfallen auf Multis, davon 1/3 auf Intrafirmenhandel (Mutter-Tochter bzw Tochter-Tochter)
  • 93 der Top100 Hauptquarter in der Triade, davon EU 45, USA 35, Japan 15

2 Strategien der TNK / Fallbeispiel

Unterteilung in 4 Globalisierungsstrategien:

  1. Ressourcenstrategien
    • Sicherung der Versorgung des Unternehmens mit Rohstoffen —> Erschließung von Rohstoffquellen für Unternehmen
    • bedeutend, aber nicht mehr dominant
  2. Marktstrategien
    • bessere Durchdringung von Auslandsmärkten —> Sicherung des Absatzes im Ausland
    • je größer der jeweilige Markt, desto wichtiger der Stellenwert dieser Strategie
  3. Effizienzstrategien
    • Kostensenkung
  4. Wertstrategien
    • Zugang zu ausländischen Wissensquellen (insbesondere lokal gebundenes Wissen)
  • Hauptinstrument: grenzüberschreitende Direktinvestitionen, meist in der Absicht der Einflussnahme auf das betroffene Unternehmen im Ausland
  • Direktinvestitionen 4mal so schnell gestiegen wie Warenexporte

Fallbeispiel einer Jeans

  • in Indien Anbau der Baumwolle unter Verwendung deutscher Düngemittel und Pestizide
  • nach China, versponnen mit Schweizer Ringspinnmaschinen
  • in Taiwan Färbung der Fäden mit chemischer Indigofarbe aus Deutschland
  • in Polen: Weben
  • Frankreich liefert Innenfutter und Washing Labels
  • in den Phillipinen Zusammennähen nach Mustern aus Schweden
  • in Griechenland Bearbeitung mit Bimsstein
  • dann Verkauf
  • Kostenaufteilung:
    • 50% Einzelhandel + MwSt.
    • 25% Werbung und Verwaltung
    • 13% Herstellungskosten und Gewinn
    • 11% Transport und Steuern
    • 1% Löhne

Finanzmärkte und spekulative Geldströme

Finanzmärkte

Kreditmärkte

  • Kapitalgeber vergibt Kapital mit Zinsen an Kapitalnehmer
  • Kapital wird über bestimmte Zeit verliehen

Devisenmärkte

  • Handel mit Zahlungsmitteln
  • Währung ist Ware
  • Wechselkurse sind Preise
  • Wechselkurs unterliegt Angebot und Nachfrage

Wertpapiermärkte

  • Urkunden für Rechte an Aktien, Optionen oder Sachen
  • Anleihen, Aktien, Checks, Derivate (bedeutendste Form), Immobilien

Akteure auf den Finanzmärkten

  • Privatleute, Unternehmen, Institutionen, die mit den Werten handeln

Prinzip der Spekulation

  • 97% aller Umsätze werden von Spekulanten gemacht
  • großer Teil der Anlagen unter einer Woche Dauer
  • Wirtschaftkrisen durch Spekulanten möglich
  • Private Equity
    • nehmen Kredit auf, übernehmen ein Unternehmen komplett
    • massive Umstrukturierung, sodass der Wert kurzfristig steigt
    • dann Verkauf des Unternehmens, Unternehmen oft benachteiligt
  • Hedgefonds
    • Investment-Fonds, die durch spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind
    • haben Sitz meist in "Offshore-Zentren" (mit sehr geringen Regularien)

Bedeutung für den Globalisierungsprozess

"Die Firmenschlachter"

| Arbeitsblatt

Begründung für den Druck auf die Beschäftigten

  • zu hohe Kosten für die Arbeit
  • internationale Konkurrenzfähigkeit -> Vergleich mit effizienteren Unternehmen

tatsächliches Motiv

  • Finanzierung des Unternehmens zu günstigen Konditionen
  • Gewinnmaximierung
  • Interesse der Anleger wecken

Verschleierung

  • absichtliches Unterschätzen der risikolosen Rendite
    • besonders große Marktrisikoprämie
    • lässt Unternehmen attraktiv für Anleger wirken
  • Vergleich der Situation mit besonders vorteilhaften Zeiträumen
    • jetziger Gewinn scheint ungenügend

Schäden für

Unternehmen:

  • Ausbleiben notwendiger Investitionen
  • Qualitätsverlust der Produkte, daraus folgend Imageschäden und weiter finanzielle Schäden durch Rückrufe,
  • Plünderung der Unternehmen

Beschäftigte:

  • Arbeitsplatzabbau
  • Unterbezahlung

Staat:

  • Wirtschaft wächst langsamer
  • mehr Arbeitslose durch den Abbau von Arbeitplätzen
  • => finanzielle Einbußen

IWF und Weltbank

IWF

Struktur des IWF

  • 185 Mitglieder
  • Stimmrecht richtet sich nach Kapitalanteil
  • Beschlüsse müssen mit einer 85%igen Mehrheit beschlossen werden
  • jedes Mitgliedsland bekommt eine sog. Quote zugewiesen —> Höhe der einzuzahlenden Devisen + Recht, Kredite zu erhalten
  • IWF vergibt 3 Arten von Krediten

Funktion des IWF

  • Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik
  • Ausweitung des Welthandels
  • Stabilisierung von internationalen Finanzmärkten
  • Vergabe kurzfristiger Kredite zum Ausgleich von Zahlungsdefiziten
  • Überwachung der Geldpolitik
  • Freihalten des laufenden internationalen Zahlungsverkehrs von staatlichen Beschränkungen des Devisenverkehrs
  • technische/finanzielle Hilfe

Prinzipien der Kreditvergabe und Finanzierung des IWF

  • Finanzierung der Kredite aus Kapitalaeinlagen (Finanzkraft) der Mitgliedsländer
  • Auflage für Vergabe der Kredite des IWF:
      • -> Kürzung der Staatsausgaben
      • -> niedrige Inflation
      • -> Steigerung des Exportes
      • -> Liberalisierung des Bankenwesens
  • ursprünglich hatte jedes Mitgliedsland Recht auf Kredite
      • nach Korea-Krieg kollabierende Rohstoffpreise
      • auf Initiative von USA wurde sogenannte Konditionalität eingeführt

(Kredite werden an härtere Bedingungen geknüpft), jedoch von allen Ländern abgelehnt; dennoch durch Sperrminorität der USA durchgesetzt

Kritik am IWF

  • Kritik kommt aus Schwellenländern (meist aus Asien)
    • kritisieren amerikanisch-europäische Dominanz
  • Stimmungsverteilung beschreibt Struktur der Weltwirtschaft der 50er Jahre
  • Programm des IWF entschärfen nicht, sondern verschärfen Wirtschaftskrisen
  • seit 80er Jahren neoliberale Finanzpolitik (Schuldnerländer müssen Binnenmarkt nach außen öffnen, wenngleich sie nicht unbedingt wettbewerbsfähig sind)
  • Bedingungen für Kreditvergabe sind Öffnung des Bank- und Finanzwesens für externen Finanzmarkt
  • meist auch Privatisierung der Privatunternehmen

Weltbank

  • zusammengesetzt aus IBRD (184 Mitglieder) und IDA (165 Mitglieder)
  • in Washington lokalisiert
  • bereits 1944 als Sonderorganisation der UN gegründet (???? UN 1945 gegründet) oO
  • Kapitaleigner: Mitgliedsstaaten

Aufgaben der Weltbank

  • nach 2. Weltkrieg: Beschaffung von Kapital für Wiederaufbau und Entwicklung europäischer Staaten
  • mittlerweile: Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Länder mit mittlerem Einkommen und kreditwürdigen armen Ländern
  • Schlüsselrolle spielt Armutsbekämpfung
      • Verbesserung des Zugangs zur Bildung
      • Aufbau eines Gesundheitswesens
      • Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Instrumente der Weltbank

  • Vergabe von Krediten zu marktähnlichen Konditionen
  • Vergabe von langdristigen Darlehen (Laufzeit 15-20 Jahre, 3-5 Jahre keine Tilgung)
  • gibt Anleihen auf den Finanzmärkten aus und leitet dieses Kapital in Form von krediten weiter
  • wichtigste Grundlage für Umfang und Ausrichtung der Kredite ist eine Länderstrategie (aufgestellt von Weltbank und Empfängerland)

Instrumente der IDA

  • Kreditgeber für die 81 ärmsten Länder der Welt
  • Vergabe von Zuschüssen und zinslosen Krediten (Laufzeiten zwischen 30 und 40 Jahren)
  • Mittel für Kredite werden nicht auf Kapitalmärkten, sondern durch Beiträge der Mitgliedsländer, Gewinnüberweisung der IBRD und Kreditrückzahlung aufgebracht

Kritik an der Weltbank

  • meist von Umweltorganisationen und Globalisierungsgegnern
  • Großprojekte werden ohne Rücksicht auf Umwelt und ansässige Bevölkerung gefördert
  • zu starke neoliberale Haltung
  • Förderung von großen Konzernen
  • Nachhaltigkeit spielt keine Rolle
  • Kaum noch Unterschiede zwischen IWF und Weltbank
  • Ausbeutung von Rohstoffen und Beschäftigten der betroffenen Länder

Quellen

Autoren

stoerlistoerli
r-o-s-tr-o-s-t
Boss NorrisBoss Norris

Die Folgen der Globalisierung für die Entwicklungsländer

These 1: aus einer Banken-Studie
Jeder Staat, welcher am Prozess der Globalisierung teilnimmt, profitiert davon.

These 2: aus einer Attac-Erklärung
Die Globalisierung vertieft durch ihre neoliberalen Prinzipien die Kluft zwischen Arm und Reich.

Gruppe Grün

M44: Die Globalisierung bietet Entwicklungsländern enorme Chancen

1. Geben sie die Argumentation des Verfassers geordnet wieder

  • Globalisierung bietet Entwicklungsländern Chancen
  • Armutsschere hat sich in Entwicklungsländern vergrößert, weil sie nicht an der Globalisierung teilgenommen haben
    • Probleme in Entwicklungsländern werden durch nationale Versäumnisse verursacht, z.B.
      • Fehlen tragfähiger Organisationen
      • unzuverlässiges Rechtssystem
      • Fehlen verantwortungsbewusster Eliten
  • Länder mit solchen Institutionen weisen schnelleres Wachstum auf
  • Schwellenländer werden schneller wachsen als Entwicklungsländer, da diese die Selbstverantwortung erkannt haben
  • größtes Problem der Schwellenländer ist das mangelhafte Wissensmanagement
    • unzureichende Qualität und Quantität gesellschaftlicher Vorleistungen
    • -> erschwert Wirtschaftswachstum
  • Entwicklungsländer können vom von den Industrieländern gesammelten Wissen profitieren
  • profitieren auch von den günstigen, technologisch hochwertigen Produkten
  • Probleme der Entwicklungsländer
    • Ausbildung heimischer Fachkräfte mangelhaft
    • Infrastruktur unzureichend
    • Fehlen von Kapital
  • massive Produktionsverlagerung sind ausgeblieben, Kernaktivitäten sind im Heimatland geblieben
  • insgesamt nur Vorteile der Globalisierung
    • internationale Kooperation in der Forschung
    • weltweite Produktion
    • große Güterauswahl für die Verbraucher bei sinkenden Preisen

Wo können Sie selbst Widersprüche in der Argumentation des Autors festmachen?

  • Entwicklungsländer können vom Wissen der Industrieländer profitieren -> können sie doch nicht, weil sie nicht die nötige Infrastruktur haben
  • Attraktivität der Entwicklungsländer ist wichtig, aber: Attraktivität der Entwicklungsländer ist der niedrige Lohn -> wäre nach Fortschritt nicht mehr vorhanden
  • Armutsschere wird größer <-> die Verhältnisse werden sich für alle verbessern
  • zuverlässiges Rechtssystem ist für Wachstum notwendig <-> China - zuverlässiges Rechtssystem?
  • Preise sinken durch Globalisierung <-> wenn Wohlstand auch in den Entwicklungsländern eintritt, steigen die Löhne und damit auch die Preise

M45: 36 Millionen Menschen hungern, und alle sieben Sekunden stirbt deshalb ein Kind

Welche Einwände macht der Leserbriefschreiber gegen die Argumentation von Siegmar Mosdorf geltend?

  • Auslandsschulden der Entwicklungsländer haben sich seit den 80er Jahren verdreifacht
  • internationale Landwirtschaftshilfe für die ärmsten Länder der Welt ist um mehr als die Hälfte gesunken
  • -> hohe Kindersterblichkeit
  • kurzfristiger Kapitalverkehr dient der schnelleren Bereicherung einer Minderheit in den Industrieländern
  • Spekulationen können zu starken sozialen und wirtschaftlichen Einbrüchen führen
  • auch in angeblich "beispielhaften" Entwicklungsländern finden noch Menschenrechtsverletzungen statt, kein wirkliches zuverlässiges Rechtssystem
  • Industrieländer graben Entwicklungsländern Ressourcen ab, falls diese sich positiv entwickeln (Beispiel Green Card)
  • -> Wohlstand für immer kleineren Anteil der Menschheit mit den Folgen von Hunger, Ausbeutung, Elend für den Rest der Menschen beim fortschreitenden Prozess der Globalisierung

Gruppe Doppelgrün

M46: Die globale Perspektive der Entwicklungspolitik

1. Welche Forderungen stellt Höffe an eine zeitgemäße Entwicklungspolitik?

  • Entwicklungspolitik als medizinischer Prozess, welcher sich um Krankheiten kümmert
  • Ursachenbekämpfung statt einmaliger Hilfen
  • Vorantreiben von Strukturveränderungen
  • 2 Prioritäten:
      1. Bekämpfung von Hunger und Armut
      2. Einhaltung der Menschenrechte
  • rational, zwischen beiden Prioritäten abwägend
  • Differenzierung nach Effizienz, z.B. durch lokale Unterschiede
  • Notwendigkeit aktiver Maßnahmen zur Durchführung des Marktprinzips statt Vertrauen auf Selbstregulierung des Marktes
  • Ziel: Förderung des Handels, Entwicklungsländer handelsfähig machen
  • Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, soziale Mindestkriterien
  • Bindung an Mindestmaß an Rechtsstaatlichkeit
  • Aufgabe der wettbewerbsverzerrenden Doppelmoral der Industrienationen
  • Bekämpfung von Misswirtschaft, Korruption
  • Bekämpfung der Ungleichverteilung politischer Macht, indem Forderungen von Industrienationen gestellt und Hilfen daran geknüpft werden
  • Forderung nach ökologischem Mentalitätswandel, Nachhaltigkeit
  • rationale Strukturpolitik, welche zuerst die Entwicklungsländer wettbewerbsfähig macht und anschließend die Kräfte des Marktes zum Wohlstandsgewinn ausnutzt

2. Was versteht Höffe unter "korrektiver Gerechtigkeit"?

  • rechtsmoralisches Prinzip
  • Entschädigungsleistung für in der Vergangenheit erlittenes Unrecht
  • Ursachen der Unterentwicklung sollten ausgeglichen werden
  • Verursacherprinzip, kein undiskriminierter Anspruch auf Hilfe
  • Beispiele: Kolonialisierung, Sklavenhandel, Vertreibung
  • nicht nur im Verhältnis Industrienationen zu Entwicklungsländern, sondern auch bei ungleicher Machtverteilung innerhalb der Entwicklungsländer anzuwenden
  • Benachteiligte der Marktliberalisierung müssen von Bevorteilten Risikoausgleich erhalten

Gruppe Rot

  • Heft "Globalisierung" (Informationen zur politischen Bildung) S.34/35, S.36/37
  • Erarbeite aus den Materialien
      • ob die Globalisierung zu einer Steigerung des Wohlstandes weltweit führte
      • ob die Armut der Welt reduziert werden konnte
      • welche Rahmenbedingungen dafür verantwortlich sind, ob Länder von der Globalisierung profitieren konnten oder nicht (Erfolgsfaktoren)
      • wie die Entwicklungsländer in die Welthandels- und Weltwährungsordnung integriert sind
      • wie die Gesamtbilanz ausfällt: Sind die Entwicklungsländer Gewinner oder Verlierer der Globalisierung

Ob die Globalisierung zu einer Steigerung des Wohlstandes weltweit führte

  • vor allem profitierten Industrieländer und ostasiatische Schwellenländer
  • kaum Wohlstandssteigerung in den ärmsten Ländern (Afrika, Südamerika)

Ob die Armut der Welt reduziert werden konnte

  • absolute Armut (Einkommen < 1$ pro Tag) sank zwischen 1990 und 1999 um 120 Millionen Menschen
    • ABER: ohne Berücksichtigung von China (mit Berücksichtigung: um 21 Millionen Menschen gestiegen)
  • fast die Hälfte der Menschen weltweit müssen mit weniger als 2$ täglich auskommen
  • starker Anstieg der Armut in Afrika
  • in Südasien weltweit größte Armut
  • Singapur, China, Ostasien und Südkorea profitierten von der Globaliserung

Erfolgsfaktoren

  • Orientierung am Weltmarkt
  • Schutz des eigenen Binnenmarktes durch protektionistische Maßnahmen
  • Investition in Bildung und Infrastruktur
  • Rechtsstaatlichkeit
  • "gutes Regierungshandeln" (Good Governance)
      • zum Beispiel politisch-strukturelle Reformen zur Effizienzsteigerung der öffentlichen Verwaltung und Bekämpfung von Korruption

Wie die Entwicklungsländer in die Welthandels- und Weltwährungsordnung integriert sind

  • Industrieländer schützen sich durch Welthandelsordnung -> Freihandelszonen, Zölle, etc.
  • Entwicklungsländer werden durch Kredite etc. von den
  • Abbau der Handelshemmnise führt zur kurzfristigen Investition in

Gesamtbilanz: Sind die Entwicklungsländer Gewinner oder Verlierer der Globalisierung

  • Entwicklungsländer mussten viel einstecken

Gruppe Gelb

Regeln im internationalen Agrarhandel

  • Industrieländer subventionieren Agrarprodukte (zwecks Konkurrenzfähigkeit)
  • Entwicklungsländer dürfen keine Zölle einführen (WTO), in Industrieländern existieren teilw. noch Zölle
  • Entwicklungsländer bauen gewinnorientiert an (auf Exportprdoukte konzentriert, Vernachlässigung von Grundnahrungsmitteln für das eigene Land)
  • vom Freihandel würden nur

Bedeutung für die Entwicklungsländer

  • eigene Produkte können nicht abgesetzt werden
  • Anbau oft ausschließlich zu Exportzwecken

Wie könnten die Entwicklungsländer davon profitieren?

  • nur möglich wenn Industrieländer Agrarsubventionen abschaffen, damit die Produkte der Entwicklungsländer konkurrenzfähig werden

Gruppe Blau

Erarbeite Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer.

  • Entwicklungsländer sind stark abhängig von den Industrieländern, da sie ihre Industrie sehr einseitig auf diese ausrichten
  • gespaltene Wirtschaft in Rohstoffproduktion und moderner Industrie
  • $\Rightarrow$ Abhängigkeit von der Preispolitik der Industrienationen
  • Terms of Trade verschlechtern sich
  • Bsp: Ölexportierende Länder $\Rightarrow$ richten Wirtschraft nur auf Öl aus
  • hohe Auslandsverschuldung durch Waffenkauf, Kredite für wirtschaftliche Investitionen, etc.
  • zu Schuldenbegleichung werden Exportgewinne herangezogen -> sehr schädlich
  • Umweltschädigung (Rodung, Desertifikation, Erschließung neuer Agrarflächen)
  • Beherrschung der moderneren Wirtschaftssektoren durch transnationale Konzerne

Hausaufgabe: M23: Staatsziele contra Unternehmensziele

Staat Unternehemen
ethisch begründet bilanztechnisch begründet
- Schutz der Menschenrechte und Menschenwürde
- Freiheit der Person, des Gewisens und des Handelns
- Gleichheit vor dem Gesetz zum Schutz vor privater Willkür
- Gewaltenteilung zum Schutz vor staatlicher Willkür
- gleiche Bildungs- und Gesundheitschancen
- soziale Gerechtigkeit
- Ausgleich für Benschteiligung durch Alter und Krankheit
- Gewinnmaximierung
- Kostendeckung
- Verlustminimierung
- Produktivität
- Rentabilität
-> Staat hat nicht die Pflicht rentabel zu wirtschaften Unternehmen müssen wirtschaften
Aurichtung an Gesetzen Ausrichtung nach den Kunden
Konsequenzen der Vermischung: zB. Staatsziele werden nach Rentabilität und Kosten verhalndegt

r-o-s-tr-o-s-t

Das Verhältnis von Wirtschaft und Politik im Zeichen der Globalisierung

Macht der Konzerne, Ohnmacht des Staates?

Worin besteht die Notwendigkeit politischen Handelns in der globalisierten Welt?
Welche Grenzen sind dem politischen Handeln gesetzt?
Welche Möglichkeiten staatlichen Handels werden derzeit diskutiert?

  • Sozialstaat: Kompromiss, der zu gerechterer Umverteilung der verfügbaren Ressourcen und Gewinne und somit zu allgemein höherem Lebensstandard führt
  • Miese fiese Tötung des Sozialstaats: Wegen des Rückgangs der durchschnittlichen Kapitalrendite Ende der 60er setzte von Unternehmensseite eine systematische Kritik am Sozialstaat ein, deren Ziel der Gewinn von Handlungsfreiheit der Wirtschaft ist
  • hihi

*

Shareholder Value

  • Konzept der wertorientierten Unternehmensführung
  • 1986 v. Alfred Rappaport/USA
  • Ziel des Unternehmens: Maximierung der Gewinne im Interesse der Aktionäre
  • Erfolgsmaßstab (auch für Managergehälter) ist die Wertsteigerung des Unternehmens (d.h. deren Aktien)

Stakeholder Value

  • Unternehmenskonzeption, in welcher die Interessen aller Anspruchsgruppen Berücksichtigung finden:
    • Management
    • Kunden
    • Arbeiter + Angestellte
    • Staat
    • Aktionäre
    • Lieferanten
  • Ziele:
    • Sicherung einer dauerhaften Existenz des Unternehmens
    • Nachhaltigkeit
    • soziale und politische Verantwortung

Hausaufgabe:

Der Standort Deutschland unter dem Druck der Globalisierung

Standortfaktoren

Der Standort Deutschland

Beurteilung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
Gründe für Standortentscheidungen Standortqualität Deutschlands im internationalen Vergleich Die politische Instrumentalisierung der Standortdebatte ( Kopien) - Wem nutzt die Standortdiskussion?
LB S. 51/4 Unternehmensansiedlungen in Sachsen (Kopien)

Standortqualität Deutschlands im internationalen Vergleich

  • hohe Arbeitskosten in West, eher niedrige in Ost
  • mittelmäßig hohe Arbeitszeiten
  • hohe Lohnstückkosten (nur Norwegen mehr, Japan und Kanada zB nur 75%, USA 85%)
  • Lohnstückkosten sinken
  • starker Exportüberschuss

Skala von 1 (gut) bis 5 (schlecht) ohne vergleichswerte is das sinnlos kA

  • Kosten: 2,5 - schlecht [lol, wie aussagekräftig]
  • Infrastruktur: 2 bis 1,5 … wat soll das?
  • Humankapital: ziemlich gut oO
  • mittelmäßige Mieten (niedrig im Vgl zu WestEU aber hoch zu OstEU)
  • ganz prima kulturelles Angelboot
  • von Behörden und Unternehmen auch so ganz relativ gut (würde Eike sagen) mhm … kooperation mit den bullen und stasi 2.0, höhö

Die politische Instrumentalisierung der Standortdebatte

M1

  • Nebenkosten sind die höchsten weltweit
  • "Teufelskreis" —> Wettbewerbsfähigkeit sinkt weiter
  • Gleichgewicht der sozialen Marktwirtschaft gestört, kippt zu sehr zum Sozialen
  • Verzerrung des Marktes durch den Staat (z.B. durch Subventionierung unrentabler Wirtschaftszweige)
  • keine Lösung des Problems in Sicht, da durch Parteipolitik instrumentalisiert
  • nötig wäre Wiederherstellung des Gleichgewichts der sozialen Marktwirtschaft

M2

  • Arbeit in Deutschland zu teuer, folglich nicht konkurrenzfähig
  • Reform des Steuersystems nötig
  • freierer Arbeitsmarkt gefordert

Gründe für Standortentscheidungen, LB S. 51/4

Fassen Sie die Gründe für Standortverlagerungen zusammen (M11, M12)

  • Lohnkosten
    • hohe Arbeitszeiten
    • günstiges Arbeitsrecht
    • Einfluss der Gewerkschaften
    • Lohnzusatzkosten, Steuern, etc
  • neue Absatzmärkte / Nähe zum neuen Absatzmarkt
  • Grundstückspreise
  • Infrastruktur
    • Autobahn
    • Flughafen
    • Strukturen für Zuliefer
    • Anbindung an bestehende Werke
  • Förderungsmaßnahmen
    • Subventionen
    • Ausbildungsförderung
  • gut ausgebildetes Fachpersonal
  • Flexibilität des Produktionsprozesses und der Arbeitsbedingungen

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