Ethik Im Alten Testament

Grundsätze

  • Menschen sind Söhne/Töchter Gottes —> untereinander Geschwister
  • man wird in diese Gemeinschaft hineingeboren(!!)
  • Volk Israel ist das auserwählte Volk (auserwählt=Gott besonders unterworfen)
  • Jahwe kann ständig eingreifen, ist überall präsent, ist "Eigentümer" der Welt
  • Jahwe ist die vollkommene Einheit -> alles ist ihm unterstellt

Entstehung / Inhalt / Verständnis

  • 10 Gebote:
      • wurden Mose auf Berg Sinai von Gott "persönlich" übergeben
      • I-IV: Mensch-Gott; V-X: Mensch-Mensch
      • nicht als Gesetze zu interpretieren, sondern als Wegweiser Gottes für ein gutes Zusammenleben (Lebensanweisungen, Kultusordnung)
      • bieten rechtlichen Rahmen
  • Sündenverständnis:
      • jede Übertretung einzelner Gebote ist eine Sünde
      • Sünde trägt in jedem Falle religiösen Charakter (Auflehnung gegen Gott)
      • auch unwissentliche Verstöße sind Sünden
      • Unterscheidung der Schwere einer Sünde
      • besonders schwere Sünden können nur mit dem Tod gesühnt werden, e.g. (Unzucht (Sex mit Nicht-Juden), Blutvergießen, Götzendienst)
      • für leichtere gibt es Reinigungsriten
      • jede Sünde muss bestraft werden
      • Strafe für Sünden erfolgt zu Lebzeiten (—> keine Hölle)
      • Strafe kann über mehrere Generationen hinweg erfolgen

Gottesbild

  • Vaterbild
  • strengste Erziehung
  • kann genauso brutal wie liebend sein
  • hält sich an Versprechungen gegenüber dem jüdischen Volk
  • Blutvergießen zur Verteidigung des jüdischen Volkes/Reiches gestattet
  • "Auge um Auge, Zahn um Zahn" —> immer Schaffung eines Ausgleichs

Lebensweise eines gesetzestreuen Juden

  • lebt, als wären die Gebote Gesetze
  • vollständiges Übernehmen religiöser Pflichten (religiöse Volljährigkeit mit 13 Jahren)
  • bei Tod: ins Schoel (Reich der Dunkelheit, im Sinne von "zurück zur Erde")
  • keine Auferstehungsgedanken oder Paradiesvorstellung im Jenseits, sondern Warten auf das Paradies auf Erden
  • herausgehobene Rolle der Frau (wichtige Rolle für Fürsorge um Familie, Bereitung des Essens(!!) etc)

Sabbath

  • Parallelen zum Christentum:
      • Arbeitsruhe
      • nach Möglichkeit im Kreise der Familie
      • besondere Bedeutung des Weins(!!!)
  • Unterschiede zum Christentum: - geregelter Ablauf des Essens
      • Essensvorschriften (kein Schweinefleisch etc)
      • Sauberkeit der Küche (unbedingte Trennung von Milch und Fleisch (e.g. Besteck…)

Der Festkreis

  1. Rosch Haschana
      • Neujahrsfest (im September/Oktober)
      • Tag der Buße/Besinnung/Einkehr/Umkehr
      • erste 10d nach Neujahrsfest: Tage der Umkehr (Beseitigung allen Streites und aller Unstimmigkeiten)
  2. Jom Kippur
      • nach den zehn Tagen der Umkehr
      • heiligster Tag des Judentums (Tag der Versöhnung)
      • strenges Fasten
      • so wenig Bewegung wie möglich
      • Ziel: mit sich selbst und der Umwelt ins Reine kommen
      • bittet Gott innerlich um Verzeihung
  3. Sukkot
      • Laubhüttenfest
      • Erinnerung an 40jährige Wanderung durch Wüste
      • bauen Holzhütten —> Bedeckung mit Zweigen
      • wichtig: fröhliches Beisammensein, Freude
  4. Simchat Tora
      • Tora-Freudenfest
      • Singen freudiger Toralieder
      • Freude und Dank über Tora, Propheten Moses, zehn Gebote
      • Höhepunkt/Ende des Sukkot
  5. Chanukka
      • Lichterfest (8 Tage)
      • achtarmiger Leuchter —> jeden Tag eine Kerze
      • Stärkung von Hoffnung und Zuversicht
  6. Tu bi-Schwat
      • Kinderfest
      • Bäume pflanzen
  7. Purim
      • Losfest
      • Erinnerung der Rettung des Volkes aus der Gefahr durch Perser
      • sehr bunte Kleidung, große Umzüge - erinnert an Karneval
  8. Pessach
      • Gedenken des Auszuges aus Ägypten
      • Ehrung Moses'
  9. Schawout
      • Erntefest
      • erste Ernte (Mai/Juni)
      • Opferung der ersten Ernte im Tempel (z.T. Parallelen an Erntedankfest)
      • Erinnerung an Gesetzgebung am Berg Sinai
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