Die Schachnovelle

Schachnovelle

Protagonisten

Bedeutung des Schachspiels im Leben der Protagonisten

Czentovic Dr. B
unbeholfene Artikulation überzeugte Beredsamkeit
eingeschränkte Bildung Bildung (intelligent)
stumpfsinnig Initiator
unmenschlicher Schachautomat zartes zerbrechliches Erscheinungsbild
Emotionslosigkeit
grobe Physiognomie

Fazit: 2 Welten treffen aufeinander

Czentovic Dr. B
Stellvertreter/ Symbolfigur für platten, politische uninteressierten Menschentyp, Mitläufer sein Verhalten deutet auf Möglichkeit hin -> durch Eigenitiative und durch Widerstand dem Regime entgegenzusetzen
Typ für (diese) Ideologie: Welche den Menschen nicht sieht, nicht fühlen kann oder will?
Auseinandersetzung auf dem Schachbrett

Schachspiel als Lebensstrategie

für Czentovic:

  • auf eigenes Wohl bedacht
  • kann keine andere Tätigkeit ausüben
  • Sinn seines Lebens: Gegner besiegen
  • Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls
  • -> kann und will keine Überlegenheit akzeptieren
  • -> ein In-Frage-Stellen seines Schachgenies bedeutet Existenzgefährdung
  • [[=]]Kampfspiel[[/=]]

für Dr. B.:

  • vor 25 Jahren das letzte Mal Schach gespielt
  • stammt aus "hochangesehener, altösterreichischer Familie", verwaltet als Anwalt Vermögen großer Klöster
  • von Nazis wegen "illegaler Tätigkeit" entdeckt
  • knapp 1 Jahr Einzelhaft: "Schlimmste war das zurückkommen nach dem Verhör in mein Nichts" (S.2 Z1)
  • Überlebensspiel —> psychisches Leiden:
  • isoliert, beraubt geistiger Tätigkeit, nur selbstzerstörerischen Kreislauf der eigenen Gedanken als Begleiter
  • Überlebenschance: Schachbuch, liefert Ersatz für menschliche Nähe, für Gespräche, für das Leben

Dr. B sucht eine Bewährung für sich selbst durch das Schachspiel, weiß allerdings um die Gefahr, dass er wieder rückfällig werden könnte. Er will erfahren, ob er die Erlebnisse der Haftzeit verarbeitet hat und ob sein Schachspiel in der Haft tatsächlich Schachspiel oder Wahnsinn gewesen ist.

Veränderung von Dr. B während des Schachspiels

  • Wahn kehrt zurück
    • verlangen nach Wasser, zittern, ist erregt
    • beschimpft Gegner

Situation Zweigs im Exil während der Zeit des Nationalsozialismus anahand der Schachnovelle

  • kann sich nicht mit dem Exil identifizieren, ist europäische Mentalität gewohnt

("Lies praktisch den Text und") Analysiere, wie man Dr. B stellvertretend für die Gegner des Naziregimes zum Geständnis zwang! ("Ein eigenes Zimmer" - "vielleicht wollte er mich auch nich hören")

  • Unterbringung in einem speraten Hotelzimmer mit sehr karger, immer gleicher Einrichtung (Bett, Fenster, Tisch, Waschschüssel)
  • Isolierung von der Außenwelt, keine Beschäftigungsmöglichkeit (kein Buch, Zeitung, Bleistift oder ähnliches), Uhr abgenommen
  • kein Kontakt mit Menschen (lediglich Sichtkontakt mit Wärter)
  • nach 14 Tagen zufällige Vehöre
    • Ungewissheit, was die GeStaPo-Leute wissen und was nicht
    • zu viel sagen -> Schaden für andere
    • zu wenig sagen -> Schaden für sich selbst
    • Gefahr von widersprüchlichen Aussagen -> eigene Rekapitulation der Verhöre nachher im Zimmer
  • Gefangene werden geistig und seelig zermürbt
  • Erzeugung von Druck von Innen

Die novellistische Struktur der Schachnovelle

  • Rahmenhandlung
  • Konzentration auf einen Handlungsstrang (unerhörte Begebenheit, Einzelfall)
  • Wende-/Höhepunkt

Skizziert die Struktur der Schachnovelle

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